Ein Sith Orden zur Zeit der Alten Republik

Kanja Velar – Teil 2

Die Liege war weich und warm.
Sanft gepolstert und roch so angenehm süßlich das es fast, aber auch nur fast auf den Magen schlug.
Der Raum war hell erleuchtet.
Kanja hatte die Augen geschlossen und folgte dem Spiel des Blutes in ihren Liedern. Sie mochte dieses Flimmern wenn sie den Kopf erst nach rechts und dann wieder nach links direkt in den Schein einer Lampe drehte.
Es klopfte an der Tür.
“Miss Velar?” Die Stimme war quietschig und leicht zittrig.
“Ja?” Ihre Augen blieben geschlossen.
“Die Herzogin wird gleich für sie da sein.”
“Vielen Dank.”
Die Tür wurde genauso sanft geschlossen wie sie geöffnet wurde.
In dem kleinen Raum mit den hellen Wänden war kein Geräusch zu hören. Es standen nur noch ein paar Pflanzen vereinzelt herum, ein Schreibtisch voll mit Schriftstücken, darinter eine Art Hocker und neben der Tür ein großes Regal mit vielen kleinen Fläschen. Zum Teil gefüllt mit Flüssigkeiten, zum andern Teil mit verschieden farbigem Pulver.
Die Tür ging ohne ein weiteres Klopfen auf. Tapsige Schritte trappelten über den Boden. Eine Art Scharben, wie von weichem Stoff begleitete die Schritte.
Der Hocker wurde vom Tisch weg gezogen, es wurde sich gesetzt und man hörte das Anrücken an den Tisch.
“Habe ich nicht gesagt das ich euch nicht weiter therapieren kann?”
“Nein.”
“Doch in den letzten drei Sitzungen schon.”
“Ich erinnere mich nicht.”
“Verstehen sie doch das es zu keiner Heilung führen wird wenn sie immer hier her kommen. Das führt zu nichts.”
“Doch. Mir hilft es. Ich habe meine Sammlung nicht mehr erweitert.”
Ein leises Schlucken – aus der Richtung des Tisches.
“Das ist *schluck* Das ist bemerkenswert. Wie groß war die Sammlung gleich?”
“Bei fünfhundert verschiedenen Haaren habe ich aufgehört zu zählen.”
“Alphabetisch?”
“Natürlich und auch der Größe nach und dem Alter. Sie wissen doch wie man ordnet.” Ein Lächeln huschte über Kanjas Lippen als die den Stift hörte der über pergamentartiges Papier kratzte. Es wurden Notizen gemacht und die Sitzung war wieder einmal ein voller Erfolg.
Sie blieb drei Stunden.
“Wissen sie warum es ihnen hilft wenn sie jede Woch herkommen?”
“Weil mir das reden gut tut?”
“Nein!! Weil wir alle pelzig sind! Sie sammeln nicht mehr, weil hier so viele Haare sind das sie sich in einer Art Drogenrausch befinden, alleine durch unsere Anwesenheit!”
Kanja hörte gar nicht mehr genau zu. Die Haare um den Mund der Drallherzogin wippten bei jedem Wort. Es hätte nur noch gefehlt das die kleine kratzige Zunge über die Schnauze fuhr und ein liebliches Schmatzgeräusch machte.
Die pelzigen Ohren standen ab und der Schein der Lampe brachte das Fell so zum schimmern und glitzern das Kanja mehr als entzückt war.
“Darf ich sie anfassen?”
“Was?? Nein!” Die Pfoten der Drall knallten (es war mein ein pelziges Wosch) auf den Tisch vor sich.
“Reißen sie sich zusammen. Ich bin kein Kuscheltier! Und will auch kein Teil ihrer Sammlung sein!”
“Nur einmal. Ganz kurz.” Kanja schnaufte tief aus.
“Nein. Bitte gehen sie jetzt auch Miss Velar. Ich habe noch andere Termine.”
Kanja richtete sich ganz auf, blinzelte und erhob sich dann.
Sie zog ihre Jacke an, die Kapuze hatte einen Fellkragen, schob sich diese über und ging zur Tür.
Der Hocker scharte über den Boden als die Drall aufstand und ebenfalls sich zur Tür bewegte.
Kanja stieß sich mit dem rechten Bein vom Boden und mit dem linken so stark von der Tür ab das sie mit einem Satz auf dem Tisch vor der Drall stand.
Sie ging in die Hocke, umschloß mit beiden Armen den Oberkörper der vor ihr versteinerten Drall und hob sie hoch.
“Sie sind sooooo weich!”, grinsend vergrub Kanja ihr Gesicht in den Backen des quietschenden Drall.
Die Türen wurden aufgestoßen und ca. 20 kleine, gepanzerte, fauchende Drall kamen herein gerannt, blieben geschockt stehen.
“Lassen sie mich bitte runter.”
Kanja setzte die Drall wieder auf dem Boden ab, stieg vom Tisch und schlenderte gemütlich zur Tür als würde keiner weiter im Raum sein.
Die kleinen Soldaten machten Platz und die Drall die eben noch in der Luft baumelte setzte sich schnaufend und Kopfschüttelnd.
“Bis nächste Woche!” Kanja winkte nochmal in den Raum und war fort.

“Hefte sie bitte unter NEUSTE ERUNGENSCHAT ab. Dort bleiben sie eine Woche und dann kannst du sie wegsortieren.”
Der Droide piepste zum Verständniss, nahm das Haarbüschel und rollte in Kanjas privaten Räume des Kuat Drive Yards (KDY) D5-Mantis-Patrouillenschiffes.
Sie selbst ging unterdessen auf die Brücke und startete ihr Shoutle. Noch immer spürte sie die weichen Haare in ihrem Gesicht – viel zu lange war sie auf Entzug gewesen.

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