Ein Sith Orden zur Zeit der Alten Republik

Morla Zaine Teil 1 – Begierde

Es war einmal ein Mädchen.
Tochter, Schwester, Freundin und Geliebte.
Wir erhalten Einblick in das was sie einmal war.
Wir folgen den Ereignissen, die sie zu dem machten was sie heute ist.
Frau, Kämpferin, Wegbeschreiterin des Pfades der dunklen Seite – Sith.
Begierde, Leidenschaft, Verlust, Wut und Hass sind ihre ständigen Begleiter auf diesem Pfad.

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxis.
Tatooine. Eine Farm inmitten von Dünen, Dürre und Unfruchtbarkeit.

Theme-Song

Eine mondenhelle Nacht. Die Schwüle wich nur langsam und widerwillig einer erfrischenden kühlen Brise. Nur mit einem Schleier halb durchsichtigen Stoffes verhangen kroch hin und wieder eine Sandwehe über die Türschwelle in den Raum.
“Herein.”
Die junge Herrin musste das Flüstern des Türvorhanges gehört haben, als Morlas Finger ihn vorsichtig zur Seite streiften um einen Blick in ihre Gemächer werfen zu können.
Sie schob sich hinein, einen grob geflochtenen Korb mit Früchten unter dem Arm. Das Licht der Öllampen verlieh ihrer Haut einen warmen bräunlichen Schimmer. Scheu blickte sie die Farmerstochter an. Folgte den Falten ihres Kleides, wie es ihren Körper umfloss, sich über ihren Brüsten, an ihren Rundungen spannte und in den Schemel überging auf dem sie saß, sich noch immer im Spiegel betrachtete und versuchte mit ungeübten Fingern ihr Haar in Form zu bringen.
Unter den Sandalen der Sklavin knirschte es leise, als sie näher kam, ihre Lippen befeuchtete, noch ungesehen von ihrer Herrin, bevor sie hinter ihr zum Stehen kam. Ein pralles goldgelbes Stück Obst wurde aus dem Korb genommen und über die nackte Schulter gereicht, darauf bedacht sie nicht mit dem Arm zu streifen, der noch die Spuren vom Tagewerk aufwies.
“Danke.” Ein Lächeln zierte die schmalen Lippen. “Dir ist aufgefallen, dass ich heute nicht zum Essen erschienen bin? Sehr umsichtig von dir.”
Morla nickte sachte, die Augen niedergeschlagen wie es sich gehörte. Sie sah das seidige Haar, wie es den schmalen Rücken hinunterfiel, der sich so dicht vor ihr unter dem gleichmäßigen Atem bog, während ihr eigener für einen Moment ausblieb, hatte den Duft von Mirabellen in der Nase und bildete sich ein so etwas wie Zärtlichkeit in der Stimme ihrer Herrin gehört zu haben.
“Vielleicht kannst du mir helfen. Mutter sagte du hast geschickte Finger.” Wieder ein Schmunzeln, doch es lag in dem Ton der Worte.
Bevor der Korb ihr entglitt, stellte sie ihn mit einem dumpfen Geräusch neben sich auf dem Boden ab. Als sie sich wieder aufrichtete fand ihr Blick automatisch den der Anderen, ausdrucksvolle graue Augen bohrten sich so sehr in ihre, dass sie durch die Höhlen in ihren Kopf einzudringen schienen und ihre Gedanken vernebelten.
“Mit meinem Haar”, raunte es vor ihr.
Morla nickte. Ihre Finger fanden den Weg in die geschmeidigen Wogen, es ging ein leichtes Zittern von ihnen aus und doch schufen sie in kürzester Zeit kunstvolle Verflechtungen.
“Du machst das wirklich gut.” Dem Flüstern nachschauend sah sie wieder in den Spiegel und wieder stockte ihr der Atem.
Die Miene ihrer Herrin sprach pures Verlangen. Nach einem Wimpernschlag blitzten ihre Pupillen zwischen den Lidern in die Richtung der Sklavin, während ihre Zungenspitze langsam die Oberlippe entlangfuhr. Morla schnaubte auf, wandte den Kopf ab, ihre Brust hob und senkte sich ein paar Mal rasch.
“Ist etwas?” Als die Blicke einander erneut fanden konnte sie darin nur noch Besorgnis lesen. Der Ausdruck so schnell verflogen wie er gekommen war, so flüchtig, dass er die Grenze zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit verwischte wie der Wind einen Fußabdruck im Sand.
Eine zarte Hand mit feingeschliffenen sauberen Nägeln hob sich, ergriff ihren Arm und zog sie mit einem Ruck vor. Heißer Atem auf ihren Wangen, eine feuchte Zunge an ihren Zähnen, samtige Lippen auf ihren – sie spürte es so deutlich, der Anblick brannte sich ein, sie sah es im Spiegel.
“Du glühst ja … du solltest dich besser schlafen legen.”
Morla nickte verstört und eilte aus dem Raum. Der Schleier flatterte noch in der Zugluft ihrer raschen Schritte, als das Mädchen auf dem Schemel ihre Zähne in der Frucht vergrub und ihr der Saft das Kinn hinunter rann.

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