Ein Sith Orden zur Zeit der Alten Republik

Tal Mar

Sync

Dreckige Maden.

Zwei Jedi und drei Handlanger. So feige ist die Rebellion.
Wir schießen mit Überschall auf den Planeten zu. Das ganz Cockpit blinkt wie ein explosives Glas Bonbons. Der Reaktor verliert Energie und alles was sich noch herauspressen lässt fließt in die Waffensysteme. Hinter mir, Rücken an Rücken verschießt meine süße Feindin eine Salve nach der anderen aus den Heckgeschützen. Zwei Schüler, ein Schiff und das kalte All als unser Grab.

Adrenalin kocht durch meine Adern. Der Planet, Namos 4, füllt den kompletten Schirm. Bewohnbar, mit einer Umlaufbahn voller Müll und Asteroiden. Wenn wir es mit unserem imperialen Jäger bis dahin schaffen, können wir die Jedi am Asteroidengürtel abschmieren. Duch die zusammengebissenen Zähne knurre ich. Vielleicht wird es uns aber auch zersägen.
Mit einem Stöhnen der Stabilisatoren lasse ich das Schiff einen Haken aus den Zielen unserer Verfolger schlagen. Strecke gebüßt, Luft gewonnen. Die Welt wird ein gieriger Strudel und langsam, fast träge steigt der Planet im Ausschnitt der Scheibe auf und kippt plötzlich zur Seite hinaus. Blau und Grün der Planet, Violett und Rot die Corona des Schiffs und hinter uns bricht die Hölle los. Heiße Einschlüsse flüssigen Lichts schießen vorbei und machen das All zu einer wasserlosen Unterwelt, in der der tiefe Schacht des Absturzes unsere Verheißung ist.
Hass fließt aus meinen Adern und benetzt das Pult, während Ihre Zähne sich tief in den Bug der anderen Jäger bohren. Ihr schwarzes Haar wallt um meine Schultern. Sie ist so nah das ihr Duft meine Welt füll. Ihre Schreie rufen mich zum Krieg. Io Intio Mar du raubst Welten. Leid ist dein Bote und von deinen Händen rinnt Schmerz wie dunkles Öl in ewiges Wasser. Süße Qual und ewiger Schmerz. Ein Tod der nur nach einer Hand ruft.

Ein schwerer Schlag erschüttert das Schiff und schlägt meine Stirn auf das Steuerpult. Alle Anzeigen schreien mich an und Blut reißt sich in Blasen von der Konsole los. Nur ein Gedanke: Die Stabilisatoren sind getroffen. Der Flug wird zum Sog. Plötzlich ist das All ist voller Steine und Glut. Scheiß Asteroiden. Gegen den Impuls ankämpfend zu Blinzeln reiße ich die Augen auf. Dann schluckt uns der Gürtel wie ein gierigers Tier: Im haltlosen Trudel des Sturzes rasen die Asteroiden so schnell auf uns zu, das jeder verdammte Herzschlag zur Schlacht mit einer toten Kugeln ruft und meine Zähne zu einem knirschenden Block verschmelzen.

Atme - von rechts springt ein Stein in den Flug. Ein - es knackt laut und ich reiße hart am Metall des Steuers.Atme - vorbei. Aus - der nächste Brocken. Mehr! Schling die teure Luft. Ich drücke das Schiff tief hinunter. …und endlich! Hinaus in den freien Raum.

Dann bringt ein heftiger Schlag den Gürtel zum Explodieren und spuckt uns mit den Trümmern eines Verfolgers aus der Enge der Asteroiden. Freiheit! Freie Weiten. Entrissen dem Griff des Gürtel schießen wir in das offene All, bereitet für Mehr. Mehr tiefen Sturz, mehr teures Leben, mehr Weg, mehr Weite, … keine Deckung, schießt es mir durch den Kopf und mit einem mal weiß ich das der Plan uns nicht gerettet hat. Eine Explosion, heißt vier zu wenig.

Ich schließ die Augen und hinter uns scheren die restlichen Vervolger aus dem Gürtel aus. Der Tod wirft einen warmen Mantel über uns. Er schluckt uns mit einer allumfassenden Stille aus der trennenden Weite vor uns. Wir gleiten auf schwarzen Wellen und im Schock des Moments kann ich nicht mehr als das Steuer zu halten. Mein Blick ist auf den Planeten geheftet – unfähig auch nur zu wanken, sehnend danch ihn irgendwie näher zu ziehen, flehend nach Nähe, zehrend aus kalter Wut. Ich höre Intios Schrei, spüre ihre Wärme hinter mir und lasse mich in sie fallen. Mein Geist folgt jedem Riss ihrer Kleidung.
Sie zieht mich an.
Ich spüre wie sich der Planet entfernt.
Ihr Hass verzehrt meine Haut.
Farbe schwindet von Namos 4,
denn ihr Geist füllt meine Welt
und vor ihrer Tiefe wird die nahe Rettung zu einem fernen Horizont.
Auf diesen Weiten stürzen wir mit tausend Mykrosekunden pro Atem voran und sie, Intio Mar, wird zur Sonne. Und Ich weiß plötzlich das ich – das wir – nicht am Planeten ankommen werde.

Dann kehrt die Zeit zurück. Wir werden Eins. Das Leder ihrer Handschuhe knarrt fest um den Griff des Geschützes und sie schreit ein letztes Mal zum Krieg. Schreit zu dunklen Versprechen, schreit zum Untergang.
Und die Welt geht in Flammen auf. Ein Titan schlägt in unser Heck und drückt es zusammen wie Spielzeug. Mir reißt etwas ein Stück aus dem Ohr und ich kralle die Hände in die Konsole. Rotes Haar schlägt fest um meine Schultern. Frisches Blut schmiert meine Fingern und mit mehr Wut als Kraft hebe ich den Kopf vom dunkel benetzten Steuerpult, wartend. Kraftlos, am Ende meiner Visionen, leer.
Etwas stimmt mit meinem rechten Auge nicht, schießt mir durch den Kopf. Hinten im Schiff versagen den Hauptdüsen.
Dann zieht ein Jäger vorbei, gibt Gegenschub und dreht langsam eine Schleife vor uns. Entsetzt und starr stiere ich hinaus, während wie zum Hohn das Schiff eines der Jedis eine lockere Kurve vor uns im All flliegt und an uns vorbei beschleunigt! Als das All dann nach uns greift und uns fast sanft zum Planeten schiebt wird mir klar das die Anziehungskraft des Planeten uns erfasst hat. Zu beschädigt um lebend unten anzukommen, nicht genug zerstört um gleich hier zu explodieren.
Jede Sekunde wird uns der Planet ein Stück mehr zu einem brennenden Klumpen Metall pressen. Die Maden lassen uns zum Sterben zurück. Feiges Pack! Elende räudige Hunde! Schießt uns ab! Ist das die Ehre eures dreckigen Jediordens!?

Ohne Fassung schlinge ich nach Luft. Das Pult blinkt und surrt mit einem Mal wie ein wütendes Glas Wespen und irgendwo hinter dem Entsetzen, hoch über dem Planeten verliere ich die letzte Achtung vor meinem Leben.
Ich nehme die letzte Karte vom Stapel und setze.

Mein Blick gleitet über das Pult. Manuelle Kontrolle, nur noch Steuerdüsen. Die Lebenserhaltung ist der Rest Sauerstoff im Kockpit. Mich streift der Gedanke warum die Scheibe nicht schon längst implodiert ist. Dann, ohne Vorwarnung bekommt der Absturz Fahrt. Die Fliehkraft fesselt mich in den Sitz. Intios Haare gleiten von meiner Schulter. Ich spüre wie sie mit den Gurten gegen die Fliehkraft kämpft und frage mich warum ich eben nichts gespürt habe. Ich will mich zu ihr drehen, sie sehen aber der Druck hält mich fest. Dann ist etwas anders. Ich spüre es. Trotz der Wunde, trotz des Drucks. Ich spüre wie das Leben das von ihr flieht. Wie Schatten vor dem Licht, wie eine Ahnung, flüchtig wie der Moment den ich an diesen Gedanken verschwende. Es weicht ihre Wärme von meiner Haut wie ein trauriger Sommertag. Schatten gleiten an mir herauf und ersticken ihren Namen in meinem Mund. Ihre Wärme erlischt. Meine Sonne geht unter. Intio Mar.

Ich will ihren Namen rufen. Aber eine hässliche Wut jenseits jeder Erfahrung brandet vom Horizont zu mir heran und spült alles fort. Der Planet drängt dem Schiff eine weitere Corona auf und ich finde in einem tiefen Schlund hinter dem zerissenen Schleier meiner Vernunft meine Stimme und schreie!
Ich schreie für sie, schreie für das Loch in meiner Seele, für den Untergang von tausenden Völkern und den Krieg der schon in unserer Wiege liegt, dort in unserer Lungen fährt und unser Blut tränkt.
Ich schreie als die ersten Luftschichten des Trabanten das Schiff in einen Kometen verwandeln und die Hülle knacken lassen wie eine Nuss.
Ich schreie als ich das erste mal die Hände ausstrecke und mit aller Macht gegen die Hülle nach außen drücke, um mein Drinnen mit ihr einen Atemzug länger zu halten.
Ich schreie als die Ausrüstungsbehälter sich wie Papier unter der Macht zu konturlosem Brei drücken.
Und als nach einem Augenblick wie Äönen sich das Feuer vor der Cockpitscheibe teilt und die kalte Oberfläche von Namos 4 mir entgegen wirft, hole ich Luft und schreie weiter, weil es das einzige ist was ich tun kann um nicht zu verschwinden.

Ich krache in einen Wald.. Er ist von einem Moment zum nächsten einfach heran, vor mir, neben mir. Es passiert alles gleichzeitg. Der verbrannte Rumpf zwängt sich tief im Wald zwischen zwei Felswände und meine Arme brechen unter dem Druck den nicht mal die Macht halten kann. Mit dem letzten Funken Energie zündet ein Schaltkreis im Schiff und pumpt die Hülle und dann den Innenraum mit einer Puffermasse voll, die gierig den letzten Sauerstoff verschlingt. Wie die Klauen eines Banta greifen die Felsen nach dem Schiff und trümmern es zu einem langezogenen Ballon zusammen und pulverisieren endlich die unnütze Schreibe vor mir die das Puffergel wie einen Weihnachtsbaum mit Scherben schmückt. Von unten stoßen Bäume in unseren Rumpf und schütteln mich ein letztes Mal durch bevor mich das Steuerpult in einer harten Umarmung umschließt.

Uns, ist mein letzter Gedanke, wir, du, Intio Mar. Ich spüre dich in meinen Träumen.
Der Vorhang fällt.

Mit ihm kommt die Dunkelheit.


Charakterportrait Tal Mar

Charaktername: Tal’Mar
Charakterklasse: Sith Inquisitor
Alter: 32
Rasse: Mensch
Herkunft: Unbekannt

Wohnsitz: Der Sternenzerstörer der Bruderschaft, sonst sein Schiff die Kolto Horizon so wie er es schon in seiner Ausbildung gewohnt war, nur das er es nun alleine bewohnt.

Ausbildungsstand: Nach dem bedauerlichen Ableben seines Meisters am Ende einer langen Ausbildung wurde ihm der Titel eines Lords zugesprochen. Die genauen Gründe liegen dabei im Dunkeln ebenso wie seine volle Herkunft. Es gibt sehr deutliche Gerüchte das schon sein Meister ein wenig anerkannter Außenseiter war der seinen schlechten Ruf auf seinen Schüler vererbt hat. Ob ihm der Titel Lohn oder Abfertigung dieses Umstands ist ist unbekannt.

Bevorzugte Waffen / Ausbildung an der Waffe: Einhändiger Schwertstil der in Form, Präsentation und Ausführung stark von der Akademielehre abweicht.

Spezialgebiete / Einsatzmöglichkeiten: Medizinisch, biologisch motivierter Kybernetiker mit fundierten Kenntnissen im Bereich von elektromechanischen Prothesen und Erweiterungen. Teile der aktuellen Prothesenentwürfe der imperialen Einheiten stammen von ihm oder wurden von ihm modifiziert. Er steht im Ruf die Grenzen des machbaren mit seinen Arbeiten auszureizen. Wobei das sowohl für die Ergebnisse als auch für die Forschungsobjekte gilt. Dazu gehören auch eine Reihe von Projekten die in den Akten der Flotte als Unfälle geführt und allesamt medizinisch unter Verschluss gehalten werden.
Sein natürliches Interesse an der Erweiterung der menschlichen Physis leitet seine Faszination für Artefakte der Macht. Sie konservieren Erkenntnisse alter Zweige der dunklen Macht und stehen im Ruf sogar die Grenzen des Todes zu überwinden. Opfer für die Erforschung zu bringen auf diesem Pfad ist eine Auszeichnung die von Fortschritt spricht. Auf dieser an Fanatismus grenzenden Leidenschaft gründet der Ruf eine ganz besondere Hand für die durchaus systematische aber unerbittliche Analyse von Artefakten jeglicher Art zu haben. Dieser Ruf hat allerdings nur wenige Kontakte außerhalb der Bruderschaft bisher erreicht. Auch hat er noch an keiner großen Ausgrabung des Imperiums teilgenommen die entweder ins öffentliche Auge geraten oder vom Imperium preis gegeben wurde, was zugleich der Grund für seine mangelnde Bekanntheit ist.

Hintergrund:Es gibt wenig großflächig aneinander zu reihen was sich wirklich aus einer erschöpfenden Quelle zusammen trägen lassen könnte. Die ausführlichste ist tatsächlich eine Sammlung von Überwachungsakten des Imperiums über seinen Meister. Er war dem Rat der Sith sehr lange zeit ein Dorn im Auge aufgrund seiner sturen Einstellung sich auf einem erimitisch anmutenden Pfad fern des Rates und neben der allgemeinen Lehre zu bewegen und dabei auch noch Schüler auszubilden.

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